Kennst du schon schwäbische Linsen mit Spätzle? Und dazu noch ein Wienerle und ein Klecks Senf? Für mich ist das genau die Art von Essen, die einfach immer geht. Warm, sättigend und ehrlich.
Bei uns in Schwaben gab es das regelmäßig. Nicht als „besonderes“ Gericht, sondern einfach, weil es funktioniert. Die Zutaten sind simpel, alles lässt sich gut vorbereiten und es schmeckt auch am nächsten Tag noch richtig gut, wenn nicht sogar besser. Genau so muss ein Alltagsgericht für mich sein.
Warum dieses Rezept funktioniert
Dieses Rezept ist bewusst unkompliziert gehalten. Keine Mehlschwitze, kein unnötiger Aufwand – einfach gute Zutaten und ein paar wichtige Handgriffe.
Die Linsen bekommen durch Essig und Balsamico ihre typische säuerliche Note. Genau das macht sie aus und unterscheidet sie von einem klassischen Linseneintopf. Gleichzeitig sorgt das Gemüse für Tiefe und der Speck für den herzhaften Geschmack.
Und das Beste: Du kannst das Gericht perfekt vorbereiten oder sogar einfrieren.
Zubereitungstipps
Ein Fehler, den wirklich viele machen: Sie geben Salz zu früh dazu. Dadurch können die Linsen fester bleiben und brauchen länger. Deshalb wirklich erst am Ende mit Salz abschmecken.

Die Linsen sollten weich sein, aber noch leicht Biss haben. Wenn sie zerfallen, sind sie leider zu lange gekocht.
Beim Spätzleteig gilt: lieber ein paar Sekunden länger schlagen. Wenn der Teig Blasen wirft, ist er genau richtig.
Und ganz wichtig: Salz kommt bei mir auch erst gegen Ende dazu. So garen die Linsen gleichmäßiger.

Saure Linsen mit Spätzle
Kochutensilien
- 1 Großer Topf (für die Linsen)
- 1 Großer Topf (für die Spätzle)
- 1 Küchenmaschine oder Schüssel für den Spätzleteig
- 1 Knethaken / Holzlöffel
- 1 Spätzlepresse oder Spätzlehobel
- 1 Schaumlöffel
- 1 Sieb
- Kleiner Beutel oder Teefilter für das Gewürzsäckchen
- Waage/ Messbecher wenn man es ganz genau nimmt
Zutaten
Linsen
- 500 g Linsen Tellerlinsen
- 1 Zwiebel
- 150-200 g Knollensellerie
- 2 Karotten
- 15 g Butter Butterschmalz geht auch prima
- 2 EL Sonnenblumenöl
- 1 EL Tomatenmark
- 150 ml Rotwein gerne auch a bissle mehr
- 1.5 l Fleischbrühe ich nehme auch mal Gemüsebrühe
- 250 g geräucherter Bauchspeck
- 2 EL Balsamico
- 3 EL Rotweinessig
- 6 Wienerle pro Person 1 Wienerle- bei großem Hunger auch 1 Paar Wienerle pro Person
- Salz und Pfeffer Salz kommt erst gegen Ende dazu und ich nehme gerne ca. 1- 2 TL
- Senf
Gewürzsäckchen
- 4 Nelken
- 5 Wacholderbeeren angedrückt
- 3 Lorbeerblätter
Spätzle
- 400 g Mehl
- 4 Eier gr L- XL
- 2 EL Grieß
- 1 TL Salz
- 1/4 TL gemahlene Muskatnuss
- 1 Schuss Mineralwasser
Anleitungen
- Das Gemüse vorbereiten: Gemüse waschen, schälen und in kleine Würfel schneiden.1 Zwiebel, 150-200 g Knollensellerie, 2 Karotten
- Gemüse anbraten: Öl und Butter in einem großen Topf erhitzen und das Gemüse ca. 5 Minuten anbraten.2 EL Sonnenblumenöl, 15 g Butter
- Linsen ansetzen Linsen und Tomatenmark dazugeben und gut vermischen. Kurz anrösten. Dann die Hälfte des Rotweins zugeben und einkochen lassen.500 g Linsen, 1 EL Tomatenmark, 150 ml Rotwein
- Linsen kochen Brühe und restlichen Rotwein zugeben. Gewürzsäckchen und Speck hinzufügen und die Linsen ca. 30 Minuten köcheln lassen.1.5 l Fleischbrühe, 250 g geräucherter Bauchspeck, 5 Wacholderbeeren, 3 Lorbeerblätter, 4 Nelken
- Spätzleteig vorbereiten: Eier in eine Schüssel geben, Salz zugeben und gut vermischen. Teig 15 Minuten ruhen lassen.4 Eier, 1 TL Salz
- Teig fertigstellen: Mehl nach und nach zugeben (je nach Größe der Eier kann die Menge leicht variieren). Grieß und Muskat hinzufügen und mit dem Knethaken ca. 5 Minuten kneten, bis alles gut eingearbeitet ist.Einen guten Schuss Mineralwasser zugeben und den Teig anschließend mit einem Holzlöffel so lange schlagen, bis er Blasen wirft.Der Teig sollte zähflüssig sein – nicht zu fest, aber auch nicht flüssig.400 g Mehl, 2 EL Grieß, 1 Schuss Mineralwasser, 1/4 TL gemahlene Muskatnuss
- Spätzle kochen: Großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen, dann Hitze reduzieren. Teig mit Presse oder vom Brett ins siedende Wasser geben und 2–3 Minuten garen, bis die Spätzle oben schwimmen. Mit Schaumlöffel herausnehmen und abtropfen lassen.
- Linsen abschmecken Wenn die Linsen gar sind, mit Salz abschmecken. Essig und Balsamico zugeben und gut umrühren.3 EL Rotweinessig, 2 EL Balsamico
- Wienerle ziehen lassen Wienerle zugeben und die Linsen weitere 10 Minuten bei schwacher Hitze ziehen lassen.6 Wienerle
- Finalisieren & servieren Gewürzsäckchen entfernen, nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.Salz und Pfeffer, Senf
Notizen
- Essig erst am Ende zugeben, damit die Linsen weich bleiben
- Spätzleteig ist perfekt, wenn er Blasen wirft
- Linsen schmecken am nächsten Tag noch besser
- Gut zum Einfrieren geeignet
- reicht für 4-6 Portionen
Die Nährwerte sind automatisch berechnet – ich nutze sie selbst als groben Richtwert, wenn ich mal den Überblick behalten will.
Disclaimer
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Die Zutaten kurz erklärt:
Tellerlinsen
Die beste Wahl für dieses Gericht. Sie behalten ihre Form und werden nicht matschig.
Essig & Balsamico
Das ist entscheidend für den Geschmack. Ohne Säure sind es einfach keine „saure Linsen“.
Speck
Gibt Würze und diesen typischen Geschmack. Wenn du es vegetarisch willst, kannst du ihn weglassen oder durch Räuchertofu ersetzen. Hab ich noch nicht versucht, aber das soll einwandfrei funktionieren.
Spätzleteig
Ein guter Teig ist zähflüssig und wirft Blasen. Wenn du dir unsicher bist, schau dir unbedingt mein Rezept für Spätzle an – da erkläre ich das Schritt für Schritt.

Variationen
Vegetarisch
Speck und Wienerle einfach weglassen oder durch Räuchertofu ersetzen.
Schnelle Variante
Mit fertigen Spätzle aus dem Kühlregal – funktioniert im Alltag absolut.
Etwas sämiger
Wenn du die Linsen etwas dicker magst, kannst du sie mit etwas Speisestärke leicht abbinden.
So serviere ich die sauren Linsen mit Spätzle:
Ganz klassisch mit Wienerle und einem Klecks Senf. Für mich gehört der Senf wirklich dazu – gerade in Kombination mit den Linsen bringt das nochmal eine ganz andere Tiefe. Ist aber nicht jedermanns Sache, daher tastet euch da doch erstmal ran.
Und wenn du solche Klassiker magst, schau dir auch unbedingt meine Kässpätzle an. Oder, wenn du es vegetarisch willst, meine vegetarischen Maultaschen. Und falls du Spätzle noch nie selbst gemacht hast, findest du hier mein Grundrezept für Spätzle. Da erkläre ich noch einiges dazu.
Alles Liebe
Sabrina 💛
Hier noch ein paar klassische Fragen zu Linsen mit Spätzle:
Kann man Linsen mit Spätzle vorbereiten?
Ja, die Linsen lassen sich sehr gut vorbereiten. Sie schmecken durchgezogen sogar noch intensiver.
Wie lange halten sich die Linsen im Kühlschrank?
Gut gekühlt etwa 2–3 Tage.
Kann man das Gericht einfrieren?
Ja, die Linsen lassen sich problemlos einfrieren. Spätzle am besten frisch machen oder seperat einfrieren.
Welche Linsen sind die richtigen?
Tellerlinsen sind ideal, da sie ihre Form behalten.
Geht das Rezept auch vegetarisch?
Ja, einfach Speck und Wienerle weglassen oder ersetzen. Wer den rauchigen Geschmack mag, gibt einfach Räuchertofu dazu.
Und hier findet ihr die Anleitung für Linsen mit Spätzle etwas ausführlicher:
Für dieses schwäbische Originalrezept für Linsen mit Spätzle startest du ganz klassisch mit dem Gemüse. Zwiebeln, Karotten, Sellerie und Lauch waschen, schälen und in kleine Würfel schneiden.
Erhitze dann Öl und Butter in einem großen Topf und brate das Gemüse bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten an, bis es leicht Farbe bekommt. Jetzt kommen die Linsen und das Tomatenmark dazu – alles gut umrühren, damit sich die Aromen verbinden.
Gieße die erste Hälfte des Rotweins dazu und lasse ihn kurz einkochen, bis er leicht reduziert ist. Danach kommen Brühe und restlicher Rotwein in den Topf. Jetzt noch das Gewürzsäckchen und den Speck dazugeben und die Linsen bei niedriger Hitze etwa 30 Minuten köcheln lassen.
Während die Linsen garen, bereitest du die Spätzle vor. Eier in eine Schüssel geben, eine Prise Salz dazu und gut verrühren. Den Teig etwa 15 Minuten ruhen lassen – das macht ihn später geschmeidiger.
Danach Mehl, Grieß und Muskat zugeben und den Teig etwa 5 Minuten kneten, bis alles gut eingearbeitet ist. Jetzt noch ein Schuss Mineralwasser dazu und den Teig mit einem Holzlöffel so lange schlagen, bis er Blasen wirft. Genau daran erkennst du, dass er perfekt ist. Die Konsistenz sollte zähflüssig sein – nicht zu fest, aber auch nicht flüssig.
Traditionell wird der Teig vom Brett ins Wasser geschabt, ich nehme meistens eine Spätzlepresse. Bring einen großen Topf mit leicht gesalzenem Wasser zum Kochen und reduziere die Hitze, sodass es nur noch leicht siedet. Den Teig portionsweise ins Wasser drücken und die Spätzle 2–3 Minuten garen, bis sie an die Oberfläche steigen. Mit einem Schaumlöffel herausnehmen und in einem Sieb abtropfen lassen. So weiterarbeiten, bis der gesamte Teig verarbeitet ist.
Wenn die Linsen gar sind, würze sie großzügig mit Salz. Dann kommen zuerst der Rotweinessig und danach der Balsamico dazu. Alles gut umrühren und kurz ziehen lassen. Jetzt die Wienerle in die Linsen geben und alles weitere 10 Minuten bei schwacher Hitze ziehen lassen.
Zum Schluss das Gewürzsäckchen entfernen und noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wenn du magst, kannst du noch einen kleinen Schuss Essig dazugeben.
Falls dir die Sauce zu dünn ist, kannst du einen Teelöffel Stärke in kaltem Wasser auflösen, zu den Linsen geben und kurz aufkochen lassen – so wird sie etwas sämiger.
Serviere die Linsen mit den frisch zubereiteten Spätzle, gib einen Klecks Senf dazu und fertig ist ein richtig gutes Stück schwäbische Küche.







